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Veranstaltungen und umgebung

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DIE FRANCIGENA

Eine antiker Pilgerweg, der Europa verbindet: er beginnt in Canterbury und endet in Rom und teilt das Gebiet der Provinz Siena in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Die Via Francigena, die direkt am Hotel Arcobaleno vorbeiführt, wurde auf Entscheidung der Provinzverwaltung und einiger Gemeinden der Provinz Siena als bedeutende europäische Route des sanften und nachhaltigen Tourismus wiederentdeckt.
Wir empfehlen unseren Gästen, einige Kilometer auf dieser mittelalterlichen Straße im Gebiet um Monteriggioni, entlang der Hänge der Montagnola Senese, zurückzulegen, wo der Pilgerpfad absolut sicher und Dank neu aufgestellter Schilder und Wegweiser gut gekennzeichnet ist. Wer beispielsweise vom romanischen Kloster von Abbadia Isola oder vom Castello di Monteriggioni startet, kann die Naturschönheiten vor den Toren der Stadt genießen und dabei antike Brücken, mittelalterliche Wegstücke, Burgruinen, Festungen und Kapellen aufspüren.


MONTERIGGIONI

Der historische Mauerring auf der Kuppe eines Hügels, der die Via Cassia und die moderne Schnellstraße Siena-Florenz überblickt, war Zeuge vieler geschichtsträchtiger Ereignisse, die sich zu Füssen seiner Mauern und Türme zugetragen haben. Bereits seit 1100 ist eine Burg in Monteriggioni belegt, doch die Entstehung der heutigen Festung wird urkundlich auf 1214 datiert.
Heute ist Monteriggioni ein kleines, befestigtes Dörfchen, dass aus einem malerischen Dorfplatz besteht, in dessen Mitte sich ein antiker Brunnen befindet. Rundherum schmiegen sich die alten Häuser, eine kleine Kirche und eine Straße, die die beiden Stadttore, von welchen eines auf Siena und eines in Richtung Florenz blickt, verbindet. Nur noch wenige Bewohner leben in diesem Ort, der seinen mittelalterlichen Charme unverändert erhalten hat. Monteriggioni wartet mit charakteristischen Cafés und Restaurants mit lokalen Produkten sowie mit einem Burgmuseum auf, in dem man antike Waffen und Rüstungen bewundern kann und deren detailgetreue Reproduktionen man sogar anlegen darf; von hier aus kann man auch einen schönen Spaziergang entlang des Stadtmauergürtels unternehmen.


AMIATA

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An schönen, klaren Tagen zeichnet sich im Süden von Siena deutlich die Silhouette des Monte Amiata ab, der über dem Orcia-Tal neben dem Bergmassiv von Radicofani emporragt. Mit seinen 1738 Metern über dem Meeresspiegel ist er einer der höchsten Berge der Toskana. Von Siena aus kann man die Berghänge des Monte Amiata in weniger als einer Stunde erreichen, indem man die Cassia-Strasse, die das Arbia-Tal und das Orcia-Tal durchschneidet, zu Füssen von Montalcino entlangfährt. Nachdem man hinter San Quirico den 43° Breitenkreis hinter sich gelassen hat, verlässt man die Via Cassia, um bergauf in Richtung der großen Dörfer des Monte Amiata zu fahren, welche im Laufe des 19. Jahrhunderts zu bedeutenden Zentren des Bergbaus wurden, und die in ihren kleinen, historischen Dorfkernen die Charakteristika und den Charme der Toskana von einst erhalten haben: Abbadia San Salvatore, Piancastagnaio, Vivo d’Orcia sowie Santa Fiora, Arcidosso und Casteldelpiano in der Provinz Grosseto. Der Gipfel des Amiata wird in den Wintermonaten zu einem beliebten Skigebiet und zieht viele Wintersportbegeisterte an, während sein eindrucksvolles Panorama, das vom Bolsena See im Süden bis nach Siena im Norden reicht, den Amiata während der anderen Jahreszeiten zu einem beliebten Ausflugsziel macht.


SAN GIMIGNANO UND VOLTERRA

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San Gimignano bedarf wohl keiner Vorstellung, denn wir sprechen von einem der schönsten Städtchen Italiens und von einem der renommiertesten touristischen Ziele der Provinz Siena. Von Siena liegt es nur etwas mehr als 30 km entfernt und kann in nördlicher Richtung über das Elsa-Tal und Poggibonsi schnell und bequem erreicht werden. Die Wohntürme von San Gimignano zeugen noch heute von der aristokratischen Vergangenheit der Stadt, als jeder Turm die politische und finanzielle Macht der Familie, die ihn bewohnte, repräsentierte. Viele der antiken Türme existieren heute nicht mehr oder büßten an Höhe ein, doch die Silhouette des Städtchens ist nach wie vor unverwechselbar. Innerhalb der Stadtmauer geben sich bedeutende Stadtpaläste die Ehre und einen Besuch der Festung, des Doms und der Kirchen San Francesco und Sant’Agostino sollte man sich nicht entgehen lassen. Am besten erschließt sich San Gimignano seinen Besuchern zu Fuß: beginnend an einem der antiken Stadttore kann man sich dann auf Schatzsuche durch die gepflasterten Gassen des Städtchens begeben.
Von San Gimignano aus führt eine ca. 30 km lange Fahrt, die die wilde Schönheit des Elsa-Tals enthüllt, nach Volterra. Die Stadt erhebt sich auf der hohen Spitze eines Hügels, der im Osten die Pisaner Hügel und das nicht weit entfernte Tyrrhenische Meer beherrscht. Neben den architektonischen Schönheiten des Mittelalters, wie zum Beispiel dem Palazzo dei Priori und der Kathedrale, hat Volterra mit den Stadtpalästen der historischen Familien dieser Stadt bedeutende Zeugnisse der Renaissance bewahrt. Der Festungspark und das Römische Theater lohnen einen Besuch und natürlich sollte man sich eines der wichtigsten Zeugnisse der etruskischen Epoche in der Toskana nicht entgehen lassen: den etruskischen Bogen der Porta all’Arco am Ende eines langen Abstieges. Belege für den etruskischen Ursprung der Stadt findet man schnell im Etruskischen Museum, welches neben vielen Ausgrabungsstücken auch die kleine Statue „L’ombra della sera“ („Der Schatten des Abends“) ausstellt. Zum Schluss sollte man sich unbedingt das Meisterwerk des Rosso Fiorentino, „Die Kreuzabnahme“, in der im wunderschönen Palazzo Minucci untergebrachten Pinakothek ansehen.


DAS ORCIA-TAL

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Eine der typischen Landschaften der “terre di Siena” besteht aus Weizen- und Sonnenblumenfeldern, aus alten, malerischen Landgütern und Zypressenalleen. All dies entspringt nicht der Phantasie eines Malers, sondern wird zum realen Augenschmaus all jener, die die Straßen des Orcia-Tals entlangfahren. Dieses Gebiet, dass sich entlang des Flusses Orcia erstreckt, erreicht man, wenn man Siena auf der Cassia-Strasse in südliche Richtung verlässt. Nachdem man die Stadtmauer von Buonconvento und den Ort Torrenieri hinter sich gelassen hat, findet man sich urplötzlich auf jener Postkarte wieder, die diese Region berühmt gemacht hat: Sonnenblumenfelder und Zypressen soweit das Auge reicht, und im Hintergrund die eindrucksvolle Silhouette des Monte Amiata. Dieses landschaftlich so reizvolle Gebiet erforscht man am besten mit dem Auto, doch einige „Kunstpausen“ sind ein absolutes Muss: San Quirico mit seiner wunderschönen gotischen Kathedrale und den Renaissancegärten Horti Leonini. Unerlässlich ist auch ein Abstecher nach Pienza, die von Papst Pius II. geplante Perle der Renaissance, die mit der Perfektion ihrer Straßen und dem Dom in Travertinstein besticht. Ein weiterer zauberhafter Ort entlang des Orcia-Tals, den man nicht verpassen sollte, ist Bagno Vignoni mit seinem aus dem Mittelalter stammenden Thermalbecken, welches den gesamten Hauptplatz des kleinen Örtchens einnimmt. Zurück auf der Cassia und bevor das Orcia-Tal in das Paglia-Tal übergeht, um mit Acquapendente und dem Bolsena See das Latium zu erreichen, erhebt sich linkerhand die Hochebene von Radicofani mit einer Festung, von welcher aus der berüchtigte Bandit Ghino di Tacco einst die Cassia beherrschte.


MONTALCINO UND SANT'ANTIMO

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In aller Welt verbindet man mit dem Namen Montalcino den Brunello, einen der berühmtesten und erlesensten Weine der Toskana. Doch Montalcino ist auch ein wunderschönes Städtchen, das sich südlich von Siena auf einem hohen Hügel erhebt. Bevor Sie also den wertvollen Nektar dieses Gebietes kosten, sollten Sie die Altstadt des Örtchens besuchen. Sehenswert ist hier die Festung, in welche sich die Sienesen aus ihrer 1555 von den Florentinern eroberten Stadt flüchteten. Die Altstadt gibt ein malerisches Bild aus engen Gässchen, Kirchen, mittelalterlichen Bauten und atemberaubenden Ausblicken auf die umliegende Landschaft sowie auf Sienas Rathausturm und den Glockenturm des Domes, die trotz der Entfernung deutlich erkennbar sind.
Fährt man hügelabwärts in Richtung des Flusses Orcia und des Castello di Velona, vorbei an den Weinbergen des berühmten Brunello, kommen wir in die Nähe der romanischen Abtei Sant’Antimo. Sie kann sowohl von außen als auch von innen besichtigt werden; besonders schön sind neben der eindrucksvollen Gesamtatmosphäre der Abtei die Flachreliefs aus dem Jahr 1000 und einige Elemente aus karolingischer Zeit.


CHIANTI

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Nördlich von Siena, entlang der “Chiantigiana”, der alten Straße nach Florenz (Staatsstraße 222), eröffnen sich dem Auge die wunderschönen und eindrucksvollen Landschaftsszenarien des Chianti. Ein wildes, bewaldetes, steiles Land, das der Mensch mit Olivenhainen und Weinbergen zu zähmen wusste, deren Reben ihn mit einem großartigen und weltberühmten Wein segnen: dem Chianti Classico. Die Dörfer dieses Gebietes, die von Siena nur einige Kilometer entfernt liegen, sind reich an Überraschungen: Gepflegte und behutsam erhaltene Dorfkerne mit lebendigem Treiben, wo Modernität und Geschichte ein perfektes Paar abgeben. Die beste Zeit, um das Chianti zu besuchen, ist die Zeit der Weinlese im Frühherbst, wenn Leben in die Keltereien kommt, um die frisch geernteten Trauben in Empfang zu nehmen. Die bedeutendsten Dörfer des Chianti Classico sind Castellina, Radda und Gaiole, doch es lohnt sich sehr, sich auf den Nebensträßchen auf die Suche nach den kleinen, geschichtsträchtigen Dörfchen voll von malerischem Charme zu machen: Fonterutoli, Vagliali, Volpaia, San Sano, Monti, San Regolo, Pievasciata und viele mehr, die sich mit ihren kuriosen Namen und ihrem eindrucksvollen, geschichtlichen und landschaftlichen Erbe im Gedächtnis und im Herzen eines jeden Besuchers verewigen werden.


MONTEPULCIANO

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Eine bedeutende Stadt der Provinz Siena ist zweifellos auch Montepulciano. Architektonisch ein wahres Juwel der südlichen Toskana, verbreitet der Ort einen durch und durch aristokratischen Charme, so wie es auch der Name des hiesigen Weines tut, der Nobile di Montepulciano. Der Ort liegt im südlichen Teil der Provinz Siena, unweit von der Autostrada del Sole, auf einem hohen Hügel, von wo aus die Stadt auf der einen Seite das Orcia-Tal, auf der anderen Seite das Chiana-Tal überblickt. Felder und Weinberge so weit das Auge reicht kann man vom höchsten Teil des Städtchens aus genießen, wo sich nach einem steilen Aufstieg durch Straßen und Gässchen der wunderschöne Hauptplatz mit der beeindruckenden Kathedrale aus Stein und dem Renaissancepalast öffnet, in dem die Stadtverwaltung ihren Sitz hat. Im höchsten Teil der Stadt erhebt sich auch die Festung, die einst die Verteidigung nicht nur von Montepulciano, sondern auch des gesamten umliegenden Gebietes ermöglichte.
In der näheren Umgebung sollte man der Kirche San Biagio, dem Monte Cetona sowie dem Festungsdörfchens Sarteano und Chiusi, einer bedeutenden Stadt etruskischen Ursprungs, einen Besuch abstatten.


CRETE SENESI

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Folgt man vor Sienas Toren der Via Lauretana nach Süden, finden die Reisenden sich in einem auf der Welt einzigartigen Panorama wieder: karge Mondlandschaften aus ockerfarbenen Erdschollen und Lehmhügeln: die Crete Senesi. Ein Naturspektakel aus bewirtschafteten Feldern, kleinen Seen und Steineichenwäldern, unverwechselbare, einzigartige Orte und eben deshalb Szenerie vieler Filme. Die wichtigsten Orte der Crete senesi sind Asciano, San Giovanni d’Asso (berühmt für seinen weißen Trüffel), die Umgebung von Trequanda und Chiusure, von wo aus man einen schönen Blick auf das Kloster von Monte Oliveto Maggiore hat. Hier wird der Besucher mit einem der bezauberndsten Panoramen der gesamten Provinz gesegnet: das Benediktinerkloster, welches von den lehmfarbenen Ackern der Crete umgeben und, von Nebelschwaden umhüllt, in eine magische Atmosphäre getaucht wird. Man kann die Crete Senesi bequem und schnell im Auto von Asciano oder Buonconvento aus erreichen, auch Siena liegt nur einige Kilometer entfernt; doch eine wirklich unvergessliche Reise bietet der Treno Natura, eine Lokomotive mit Waggons aus dem 19. Jahrhundert, der auf der antiken Eisenbahnroute verkehrt, die von Siena nach Monte Antico in der Provinz von Grosseto führt, und mit langsamer Geschwindigkeit die Schluchten und Wälder, die alten Bahnstationen und Felder der Crete senesi und des Asso-Tals sowie die Hänge des Monte Amiata durchfährt. Nähere Informationen unter: www.trenonatura.terresiena.it/trenonatura2010/.


SAN GALGANO

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Ein geheimnisvoller, magischer Ort liegt nur wenige Kilometer von Siena entfernt an der antiken Straße nach Grosseto. Eine wunderschöne, imposante, gotische Kirche zisterziensischen Ursprungs erhebt sich inmitten der Landschaft einer bewirtschafteten Ebene. Das Besondere: Das Dach der Kirche ist der Himmel. Die Abtei von San Galgano liegt zu Füßen des Städtchens Chiusdino und ist berühmt, weil sie kein Dach besitzt. Unter ihren großen Fenstern aus Stein überzieht ein Fussboden aus Erde und kleinen Wiesenblumen das Kircheninnere, blickt man nach oben, so sieht man die Wolken vorüberziehen, die Sonne strahlen oder die Sterne glitzern, ein magischer Anblick, der diesen Ort unvergesslich und einzigartig macht.
Ein weiteres Mysterium dieser Kirche befindet sich wenige hundert Meter entfernt: Auf einem kleinen Hügel nahe der Abtei liegt die kleine Kapelle von Montesiepi, deren kreisrunder Grundriss und die roten und weißen Steine, aus welchen sie erbaut wurde, sie zu einem besonders interessanten Bau machen, der in seinem Inneren ein Geheimnis birgt. In der Mitte der Kapelle steht ein Felsen, in dem seit Jahrhunderten ein Schwert so tief steckt, dass nur wenige Zentimeter der Klinge sowie der klar auf das Mittelalter zu datierende Schwertgriff herausragen. Man sagt, der Besitzer dieses Schwertes sei der junge Eremit Galgano (dem heute die unterhalb gelegene Abtei geweiht ist), der auf der Suche nach einem Kreuz, vor dem er beten könne, sein eigenes Schwert in den Stein stieß. Niemand konnte bisher die Waffe aus dem Felsen ziehen und die Parallelen dieser Legende zum Sagenzyklus um König Artus und die Ritter der Tafelrunde liegt auf der Hand. Die Tatsache, dass zum engen Kreis der Ritter um den englischen König ein Mann namens Galvano (ital. für Gawein) zählte, macht das Mysterium umso spannender und den Zusammenhang zwischen den zwei Legenden noch offensichtlicher, klingt Galvano doch fast wie der Name des jungen Eremiten, der sein Schwert in den Stein von Montesiepi stieß.


RADICONDOLI E LARDARELLO

Eine Landschaft, die sich sehr von den typischen Landschaftsbildern der Provinz Siena unterscheidet, ist jene der Colline metallifere (metallhaltige Hügel) rund um das Dorf Radicondoli. Es liegt circa 40 Kilometer von Siena entfernt und verbindet das Elsa-Tal mit den Provinzen Pisa (in Richtung Larderello) und Grosseto (in Richtung Montieri). Radicondoli thront über den metallhaltigen Hügeln, seine Hauptstraße ist eben, während zu den Ortsenden hin kleine Gässchen sehr steil nach unten führen. Rund um Radicondoli verbindet sich die waldige Landschaft aus leuchtenden Grüntönen auf originelle Weise mit der geothermischen Anlage, die auf natürliche Weise die Hitze des Wassers unter der Erde nutzt, um Strom zu erzeugen. Von hier aus erreicht man nach wenigen Kilometern den Ort Larderello in der Provinz von Pisa, der für seine bedeutsame geothermische Anlage berühmt ist. Die Landschaft erhält hier aufgrund der modernen und kuriosen Gebäude, Türme und kilometerlangen Pipelines, durch welche der heiße Dampf strömt, der direkt aus der Erde kommt, einen faszinierenden, einzigartigen Charakter. Ein Ort, der wirklich einen Besuch wert ist, weil er die Schönheit der Natur mit dem Fortschritt der sauberen Stromerzeugung, wie sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden wurde, auf so ungewöhnliche Weise zu verbinden weiß.


DER FLUSS DIANA UND DIE “BOTTINI” VON SIENA

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Es existiert ein Teil von Siena, der sogar einem Großteil seiner Bewohner völlig unbekannt ist: ein unterirdisch verlaufendes Gewirr aus Gängen, Tunneln und Plätzen, die den Untergrund von Sienas Altstadt kilometerweit durchziehen. Bei diesen sog. Bottini, handelt es sich nicht einfach um unterirdische Gänge, sondern um ein kühnes und funktionelles System mittelalterlicher Aquädukte, die ab 1300 von den Sienesen gebaut worden waren, um die seit jeher wasserarme Stadt mit Wasser zu versorgen. Die Bottini, deren Name sich auf die Gewölbeform des Sieneser Wassersystems bezieht („a botte“ ital. für Tonnengewölbe), bestehen aus unterirdischen Tunneln mit Kanälen, die in Tuffstein und Stein gehauen wurden und die von Wasseradern, wasserführenden Gesteinsschichten und nach unten gesickertem Regenwasser gespeist werden. Dank ihres leichten und konstanten Gefälles brachten die Bottini im Mittelalters das Wasser bis ins Zentrum von Siena, und auch heute noch werden die Brunnen der Stadt, nicht zuletzt die berühmte Fonte Gaia auf der Piazza del Campo, von diesem faszinierenden mittelalterlichen Aquädukt versorgt.
Auch heute noch sind die Bottini vollständig begehbar und repräsentieren den Fluss, den die Stadt niemals hatte, der aber der Legende nach doch existiert. Die Sienesen waren in der Tat immer davon überzeugt, dass unter ihren Füssen der legendäre Fluss Diana fließt. Niemand hat ihn je entdeckt doch viele haben ihn über die Jahrhunderte unermüdlich gesucht, und so verlachte sogar Dante Alighieri in seiner Göttlichen Komödie die Sienesen für ihre unsinnige Suche nach dem Fluss Diana. Doch noch immer gibt es Bewohner, die überzeugt sind, in der Stille der Nacht das Plätschern dieses legendären Wasserlaufs in Sienas Altstadt zu vernehmen.


BURGEN UND LEGENDEN

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Die Provinz Siena behütet viele Zeugnisse der eigenen Vergangenheit, angefangen mit dem Etruskischen Ursprung vieler Orte. Doch erst im Mittelalter dehnte sich das Territorium aus und erlebte seine Blütezeit, und aus diesem Grunde befinden sich in diesem Gebiet so viele Burgen, befestigte Dörfer und Festungen. Nahezu jedes Dorf besitzt seine eigene Festung und das Land ist übersät mit Burgen und Wehrtürmen, viele noch in perfektem Zustand und bewohnt, andere verlassen oder in nachfolgenden Epochen zweckentfremdet.
Die bekannteste Burg ist wohl das im Chianti-Gebiet gelegene Castello di Brolio, welches sich im Besitz der Familie Ricasoli befindet; ganz in seiner Nähe thront das Castello di Meleto über dem Örtchen Gaiole.
Nennenswert sind auch das unweit des Zentrums von Siena gelegene Castello di Belcaro, das Castello di Montauto im Gebiet der Berardegna, sowie Frontignano und Capraia im Merse-Tal. Verlassen liegt das Castello di Cerreto, dessen alte, eingestürzte Mauern und Türme inmitten eines Waldes aus Steineichen emporragen, wo die Natur das mittelalterliche Bauwerk erobert hat und es mit ihren grünen Armen umschlingt. Hoch oben auf einem Hügel thront die Rocca di Crevole zwischen Murlo und Casciano, von welcher nur noch ein halbzerstörter Turm erhalten geblieben ist, der dennoch nichts von seinem Charme eingebüßt hat.
Um viele dieser Burgen spinnen sich Legenden und Spukgeschichten, auch hier ist es das Castello di Brolio, das mit der Geschichte seines spukenden Barons Bettino Ricasoli (einst erster Minister des Königreichs zu Zeiten des Risorgimento) bekannt wurde, der des Nachts auf seinem Pferd seinen Besitz durchreitet und nicht wenige Menschen berichten davon, ihn gehört oder sogar gesehen zu haben.
Doch nicht nur die Burgen des Umlandes sind der Stoff für die Spukgeschichten, auch die Altstadt von Sienas hat ihr eigenes Gespenst: im Botanischen Garten in der Via Mattioli soll die Seele eines Mönchs durch die Sienesischen Nächte wandern. Von anderen Erscheinungen erzählt man sich in der Contrada des Drachen an der Piazza Matteotti, wo die Geister der Nonnen, die das ehemalige und mittlerweile zerstörten Klosters bewohnten, sich des Nachts ein Stelldichein geben.


PALIO

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Die wahrhaftige Seele der Sienesen zeigt sich während ihres wichtigsten Festes, dem Palio. Mögen die Bürger von Siena unterm Jahr oder jenseits der Welt der Contraden auch wie alle anderen Toskaner erscheinen, so merkt man schnell, dass sie während der Tage des Palio oder im Gespräch über den Palio völlig aus dem Häuschen geraten und ihrer Contrada und den Farben ihres Stadtteils mit einem leidenschaftlichen Zugehörigkeitsgefühl und einer ungebremsten Begeisterung aufs treuste verbunden sind.
Der Palio ist gemeinhin als Pferderennen bekannt, das zweimal jährlich auf der Piazza del Campo stattfindet (am 2. Juli und am 16. August), doch er bedeutet auch und vor allem verschworene Zusammengehörigkeit und begeisterte Mitarbeit das ganze Jahr hindurch. Die Contraden sind regelrechte Städtchen in der Stadt, wo sich Familienbande und Freundschaften unlösbar mit der Liebe zu den Farben und Emblemen des jeweiligen Stadtteils verbinden. Es gibt 17 Contraden in Siena, und jede von ihnen besitzt ihre eigene Kirche, ein eigenes Gemeindehaus, einen Stall sowie ein Museum, in welchem man viele Schätze finden kann, die dem unaufmerksamen Besucher leicht entgehen können. Außerdem beherbergen die Museen die Banner, welche die Contraden beim Palio-Rennen gewinnen und sehr oft handelt es sich hierbei um Stücke, die von Malern und Künstlern mit Weltruf bemalt worden sind (unter ihnen finden wir beispielsweise Guttuso, Adami, Fiume, Botero, Maccari, Possenti, Olla, Arroyo, Folon, Campeggi, Luzzati und Mitoraj).